Die erste Schicht: Der Markt der Restjahre

Gewogen und ausgerufen. Die Prüferin

Unter dem Rippenbogen hängen die Waagschalen aus altem Panzer, und an ihnen steht die Prüferin. Sie wiegt alles, was man ihr bringt: einen Namen, eine Frage, einen Zahn, eine Stunde. Jeden Wert ruft sie in Jahren aus, laut genug, dass der ganze Markt es hört. Wer etwas mit wenig Jahren bringt, bekommt wenig Fett. Wer etwas mit vielen bringt, wird angesehen. Die Prüferin glaubt, dass der Überschuss verschwendet werden muss. Wer spart, sagt sie, wird verdaut; wer verschwendet, ist wenigstens schneller als der Stock. Sie sagt es nicht als Lehre, sondern als Kompliment, wenn jemand ihr etwas Kostbares für wenig hingibt. Betrügen kann man sie. Ein Daumen auf der Schale hat schon Nachfällen den Weg nach unten bezahlt. Aber sie sieht viel, und wenn sie den Daumen sieht, ist sie nicht zornig. Sie wiegt dann das Blut und nimmt es, sauber, als Preis. Man sagt, die Prüferin habe einmal die Königin gewogen, als diese noch antwortete, und das Ergebnis nie ausgerufen. Seitdem bleibt eine Schale de...

From the lore of Karkassa.